Berichte

Jahreshauptversammlung 2018

Bereits am 01.02. fand die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen des Katholischen Kirchenchors statt. Frau Helga Dopf, die seit nun 22 Jahren das Amt der ersten Vorsitzenden inne hatte, und Frau Patricia Haschka, die seit 20 Jahren die zweite Vorsitzende des Chores war, standen für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Neue erste Vorsitzende ist Frau Brigitte Hahn, neue zweite Vorsitzende ist Frau Nani Dziwok. Wir danken den aus dem Amt scheidenden Mitgliedern sehr herzlich für ihren jahrelangen Einsatz und wünschen den neuen Vorstandsmitgliedern für die jeweils übernommene Aufgabe viel Erfolg und Gottes Segen.

Nachruf zum Tode von Thomas Prochaska

Thomas Prochaska
13. 2. 1929 – 12. 8. 2016

Worte zum Gedenken bei der Trauerfeier
am 19. 8. 2016

Ich zitiere aus der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des katholischen Kirchenchores Grötzingen:

1946 kamen mehrere hundert überwiegend katholische Heimatvertriebene aus dem Sudetenland, aus Ungarn und Jugoslawien nach Grötzingen. Davon allein 120 aus der Wischauer Sprachinsel bei Brünn in Mähren. Für sie war die katholische Pfarrgemeinde ein Stück Heimat in der neuen Umgebung und es ist kein Wunder, dass der Kirchenchor bald so groß wurde wie nie zuvor, trotz der herrschenden Not.
Herr Thomas Prochaska erinnert sich: „Im November 1946 bin ich dem Kirchenchor beigetreten. Zu Weihnachten durfte ich schon mitsingen. Wir waren nur zehn, die meisten Vertriebene aus dem Osten. Wer ein neues Mitglied brachte, bekam von Herrn Raeppel, der aus dem Elsass war, eine Tafel Schokolade. Welch ein Schatz das war! In der Kirche gesungen wurde zweimal im Monat. 1947 waren wir schon 27 Mitglieder. Im Winter musste jeder einen Brikett oder Holz in die Singstunde mitbringen. Wir jungen Leute hatten immer Hunger. Mit dem Zug fuhren wir nach Flehingen, sangen dort in der Kirche und bekamen ein Mittagessen. Nach Jöhlingen wanderten wir und wurden nach dem Gottesdienst zu einem Eintopf eingeladen. Nach Stupferich mussten wir Löffel mitbringen. Die trauten uns nicht ganz."

Zeitlebens blieb Thomas Prochaska Kirchenchormitglied und sang mit, so lange es seine Gesundheit zuließ, ebenso wie seine 2005 verstorbene Frau Anneliese. Von 1976 bis 1992 war er Vorstand und gewann in dieser Zeit etliche neue Mitglieder für den Chor. Man konnte ihm seine freundliche Bitte, einmal in die Singstunde zu kommen, einfach nicht abschlagen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Als Zeichen der Wertschätzung wurde Thomas Prochaska 1997 nach fünfzigjähriger Mitgliedschaft zum ersten und bisher einzigen Ehrenmitglied des Kirchenchores ernannt.
Sein Tod erfüllt auch uns mit Trauer. Mit seinen Angehörigen erinnern wir uns an einen tatkräftigen und liebenswürdigen Menschen und schauen auf ein gelungenes Leben zurück. Möge er in Gottes Seligkeit eingehen.

Beim Gedenkgottesdienst am 23. August haben wir Lieder aus Schuberts Deutscher Messe gesungen, die er so geliebt hat.
                                                                                            Karl Berger

Norbert Krupp: seit 40 Jahren Chorleiter

Als Norbert Krupp die Leitung des Chors der Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Grötzingen übernahm, war er noch Schüler am Markgrafengymnasium und bereitete sich intensiv auf das Musikstudium vor. Jetzt ist er seit vierzig Jahren mit großem Erfolg Chorleiter und seine intensiven, zahlreichen und überregionalen Verbindungen zur „Musikszene“ ermöglichen dem neunzig Jahre alten Chor, ein außergewöhnlich hohes Niveau zu halten und des Chorleiters Beziehungen bescheren den Sängern spannende Reisen zu Auftritten bis nach Südfrankreich oder Rom. Die stete Kooperation mit dem Waldstadt-Kammerorchester und der Einsatz hoch qualifizierter Solisten bei den Konzerten des Kirchenchors sind Norbert Krupp zu verdanken. Auch gemeinsame Projekte mit dem evangelischen Kirchenchor oder anderen Grötzinger Projekten betreut oder leitete und begleitete er erfolgreich, geduldig und mit Sachverstand.
Hohe Zeit also um „Danke“ zu sagen!
Pfarrer Maier, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gisela Ehmann und die Vorsitzende der Chorgemeinschaft, Helga Dopf freuten sich, dieses „Dankeschön“ am 17.02.2011 mit einer Urkunde und Präsenten ausdrücken zu können. Besonders schön: das überreichte Faksimile des Notenblatts eines Psalters. „Von deiner Barmherzigkeit werde ich ewig singen“ ist darauf zu lesen. Immerhin, vierzig Jahre davon hat Herr Krupp mit den Grötzingern bereits geschafft. Herzlichen Glückwunsch!
Auch Elsa Jahn und Reinhard Haschka blicken auf (mindestens) vierzig Jahre Mitgliedschaft im Chor zurück. Ihnen wurde ebenfalls herzliche Anerkennung, Dank und selbstverständlich eine Urkunde zu Teil. 

Berichte von Konzertreisen

Pfingsten 2010: Reise nach Rom

Die feierliche Mitgestaltung des Festgottesdienstes am Pfingstsonntag, sowie ein Pfingstkonzert, waren der Anlass für den Kirchenchor der katholischen Gemeinde Heilig Kreuz Grötzingen zusammen mit dem Waldstadt Kammerorchester vom 21.05.2010-27.05.2010 nach Rom zu reisen. Im Rahmen der guten ökumenischen Zusammenarbeit begleiteten uns auch zahlreiche Mitglieder des evangelischen Kirchenchores.

Sowohl der Gottesdienst als auch das Konzert fanden in der Kirche St. Maria dell’Anima statt, welche die Kirche der deutschsprachigen Katholiken in Rom ist. Die Missa brevis „Sancti Joannis de Deo“ von J. Haydn im Gottesdienst, sowie das Magnificat von A. Vivaldi und die Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von F. Mendelssohn-Bartholdy erklangen eindrucksvoll in der jeweils wohlgefüllten Kirche und stimmten die Zuhörer auf das Pfingstgeschehen ein. Der stürmische Applaus am Konzertende wurde von uns gerne mit dem besinnlichen Choral „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ von J.B. Bach belohnt.

Auch die weiteren Programmpunkte – das Concerto grosso für zwei Violinen und Orchester von A. Vivaldi, das Konzert G-Dur für Viola und Orchester von G.P. Telemann und das Offertorium „Totus in corde“ von F. Schubert für Sopran, Klarinette und Orchester - mit den Instrumentalsolisten (Lelio di Tullio, Klarinette; Susanne und Manfred Holder, Violine; Ann-Kathrin Binder, Viola; Vera Herzhoff, Violoncello; Martin Wiese, Cembalo) und den Gesangssolistinnen (Irene Naegelin, Sopran und Susanne Storz, Mezzosopran) trugen durch ihre ausdrucksstarke Darbietung zum Erfolg bei.

Wesentlich für die hervorragenden Leistungen war die kompetente Arbeit unseres Dirigenten Norbert Krupp, unter dessen sicherer Leitung alle Beteiligten zu einem harmonischen Zusammenwirken fanden.

 Die weiteren Tage in Rom standen unter dem Motto: „Wir lernen Rom kennen und lieben“. Dazu bestand die Möglichkeit, an verschiedenen Führungen teilzunehmen (Piazza Navona + Pantheon + Campo del fiori; Vatikanische Museen + Petersdom; Kaiserforen + Forum Romanum + Kolosseum; Lateranskirche + St. Maria Maggiore). Und in kleineren Einzelgruppen wurde die Stadt auf eigene Faust erkundet (St. Paul vor den Mauern; Trevibrunnen und Quirinale; Tiberinsel + Bartholomäus-Kirche; Jüdisches Viertel; Aventin + St. Sabina). Ein weiterer Höhepunkt der Reise war die Teilnahme an der päpstlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz, wo wir auch namentlich erwähnt wurden.

Aufgrund der gelungenen Auftritte und der guten Organisation war die Reise für alle Teilnehmer ein voller Erfolg, der die Zusammenarbeit und das Verständnis füreinander gestärkt hat.                                             

Dr. Gabriele Sanders

Christi Himmelfahrt 2008: Reise nach Uzès in Südfrankreich